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Winterhude. Stationen Hamburger Baugeschichte

Der Stadtpark in Winterhude ist ein Denkmal Hamburger Baugeschichte. 1916 legte Fritz Schumacher die geometrische Parkanlage mit ihren Sichtachsen an. Und fast jeden Sonntag erweist sich die anscheinend feudale Strenge der Anlage als zutiefst demokratisch. Das Parkleben: ein Spiegel der Hamburger Gesellschaft. Hier finden alle ihren Platz: die Promenierenden, die Feder- und Fußballspielenden, die Badenden und die Grillenden. Sie erreichen den Stadtpark zum Beispiel mit der Hochbahn. Der südliche Haltepunkt am Borgweg wurde schon 1912 gebaut.

Oberbaudirektor Schumacher ließ vom Park zur Außenalster einen Kanal stechen. Eine geniale Idee. Der Goldbekkanal lockt Bootsfahrer an. Die Mieter am Goldbekufer genießen ihre Kleingärten am Wasser.

Zwischen den Weltkriegen lud Schumacher die damalige Architektenelite zum Bau der Jarrestadt ein. Ein Programm gegen die grassierende Wohnungsnot. Die Wohnungen rund um die Jarrestraße sind klein. Tischler entwarfen Platz sparendes Mobiliar. Am benachbarten Wiesendamm stehen weitere Zeugnisse der Backsteinmoderne – Mietshäuser mit Laubengängen.

Die Hamburger Baugeschichte wäre wieder modern

Gegenüber der Jarrestadt wird getanzt, in der Kampnagelfabrik. Ein Spielort internationaler Tanztheater. Nach der Vorstellung bietet Winterhude ausgezeichnete Lokale. Zum Beispiel in der Gertigstraße, ein paar Schritte entfernt vom Theater westlich der Barmbeker Straße (B 5). Und über die Sierichstraße gibt es eine schnelle Verbindung in die Innenstadt. Vorsicht: die Fahrtrichtung ändert sich mittags um zwölf. Bei Gegenverkehr unbedingt wenden!

Ein Spaziergang durch Winterhude zeigt die Verschiebungen in der Stadtpolitik. Die sozialen Unterschiede heutzutage könnten kaum krasser sein. Sozialer Wohnungsbau ist dennoch chancenlos. Hamburgs Elite genehmigt sich den Prachtbau Elbphilharmonie und eine Hafencity mit unerschwinglichen Lofts. Den heutigen Stadtentwicklern fehlt die Vision der Stadt als gemeinschaftliches Projekt. Sie sehen die Stadt als Produkt: Hamburg misst sich mit europäischen Metropolen im Kampf um Touristen und Investoren. Ganze Straßenzüge werden privatisiert. So entstehen auch in der Hansestadt No-go-Areas für Arme. Die Nutzer des Stadtparks genießen noch die Folgen demokratischen Bauens – eine rückwärts gewandte Utopie.